12.11.2018 — Handelsblatt-Anlageempfehlung: Alternative zur eigenen Immobilie

Das Ende des Immobilienbooms in Deutschland ist noch lange nicht in Sicht. Wer davon profitieren will, muss nicht unbedingt selbst ein Häusle bauen oder auf Immobilienfonds setzen. Die Alternative sind Aktien von Gesellschaften, die Immobilien besitzen und bewirtschaften. Immobilienaktien, welche auch REITs mit einschließen, sind täglich handelbar, zahlen hohe Dividenden und bieten ein breit gestreutes Immobilienportfolio.
Zwar stiegen die Immobilienpreise zuletzt deutlich stärker als die Mieten, was zu sinkenden Objektrenditen geführt hat. Allerdings konnten Immobiliengesellschaften die sinkenden Renditen durch günstigere Refinanzierungsmöglichkeiten und steigende Immobilienpreise überkompensieren. Deutsche Immobilien dürften auch zukünftig weiter an Wert gewinnen, da das Angebot langsamer als die Nachfrage wächst. Es kann nicht so schnell gebaut werden wie Wohnraum vor allem in den Städten benötigt wird. Gründe hierfür sind etwa regulatorische Hindernisse, langwierige Genehmigungsprozesse und eine an der Kapazitätsgrenze arbeitende Bauwirtschaft. Mit dem Baukindergeld wird die Nachfrage nach Immobilien zusätzlich angeheizt. Aber eine flächendeckende Immobilienblase sehen wir nicht, denn angesichts des Zinsniveaus sind Immobilien noch erschwinglich und das Kreditvolumen für Immobilienkäufe ist weit von einem extremen Niveau entfernt.
Damit bleiben Deutsche Immobilienaktien ein interessantes Investment. Der steigende Wert von Immobilien sowie stabile und wachsende Mieteinnahmen sprechen für sie und bieten zudem einen gewissen Inflationsschutz. Auch wenn steigende Anleiherenditen Immobilienaktien belasten, liegen hohe Zinsen, die Immobiliengesellschaften mit hohem Refinanzierungsbedarf wirklich treffen könnten, noch in weiter Ferne.
Zudem haben Immobilienaktien die schöne Eigenschaft sich in fallenden Aktienmärkten aufgrund ihres defensiven Geschäftsmodells tendenziell überdurchschnittlich gut zu entwickeln. Dies liegt auch daran, dass Aktienmarktkorrekturen meistens mit fallenden Anleiherenditen einhergehen und damit die Refinanzierungskosten tendenziell sinken. Immobilienaktien gewinnen dann auch aufgrund ihrer hohen und stabilen Dividende an Attraktivität.